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Dokument öffnen , ausdrucken , und unterschrieben an folgende Faxnummer: 038302 - 90 05 18

JA, ICH BETEILIGE MICH AN DEM EINSPRUCH

An das
Amt Jasmund
18551 Sagard

Bürgerbeteiligung
zum Flächennutzungsplan der Gemeinde Lohme


E I N S P R U C H

Die Gemeinde Lohme liegt in dem seit 1966 festgesetzten cirka 47500 ha großen "Landschaftsschutzgebiet Ostrügen." Sie hat 600 Einwohner und ist 1350 ha groß. Sie wurde unter Schutz gestellt wegen der Vielfalt, Eigenheit und Schönheit der Landschaft. Seit 1998 ist sie Vorsorgeraum für Naturschutz und Landschaftspflege nach dem Regionalen Raumordnungsprogramm Vorpommern.

Im landschaftsgeschützten Außenbereich sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen. Die Gemeinde Lohme weist trotzdem Sondergebiete in ihrem am 14.11.2002 aufgestellten Flächennutzungsplan (FNP) aus, die diesem Schutzzweck entgegenstehen. Bei der Bebauung dieser Sondergebiete würden cirka 30 ha Fläche der Natur für unbegründete und nicht dem Bedarf angepasste Baumaßnahmen verloren gehen. Es wäre eine Maßnahme, die nur dem Profit einiger Immobilienhändler diente und dabei unsere Landschaft für immer zerstörte.

Auf dem Sondergebiet 1 Telekomgelände am Teufelsberg sind auf 2,4 und 8 ha geplant:
Eine Wohn- und Ferienhaussiedlung mit 106 Wohn- und Ferienhäusern.

Auf dem Sondergebiet 6 "Golfakademie Ranzow" mit dem Schloss sind geplant:
Neben dem denkmalgeschützten Schloß als Hotel noch ein zweiter Hotelneubau mit 33 Appartements, 35 bis 40 zweigeschossige Wohnhäuser mit je 140 qm Grundfläche, ein Block mit 16 Ferienappartements, Schwimmbad, mehrere Golfplätzen usw.

Das Objekt liegt unmittelbar neben dem Nationalpark und FFH-Gebiet Jasmund und oberhalb des Dorfes Ranzow mit seinen 20 Einwohnern. Schon der Bau dieser gewaltigen Anlage mit seinem Baulärm würde einer Umweltverträglichkeitsprüfung nicht standhalten.
Allein diese beiden Sondergebiete bedeuten eine Zersiedelung unserer Landschaft und Bildung von Splittersiedlungen, weil sie sich in ihrer Größenordnung dem kleinen Ort Ranzow und dem beschaulichen Lohme nicht anpassen. Unsere ländliche Region lebt vom Naturtourismus. Unsere Gäste und wir wollen keinen Massentourismus!

Die Kleingartenanlage am westlichen Ortsrand von Lohme soll einem Wohngebiet in Form einer Häuserreihe weichen. Der westliche Ortseingang stellt zur Zeit eine aufgelockerte durch Gärten geprägte Siedlungsform mit geringem Versiegelungsgrad dar. Die Kleingartenanlage ist mit ihrem Anteil an Gehölzen ein wertvoller Lebensraum für Vögel und Insekten und ein wertvoller Erholungsraum für Menschen. Eine Umwandlung in Bauland wäre ein Verlust von Natur, Landschaft und Schönheit des östlichen Dorfrandes. Die Kleingartenanlage bildet einen naturbelassenen grünen Ortseingang für Lohme mit Blick zur Ostsee.


Die Verkehrssituation an der Landstraße 303, an der die Straßendörfer Bisdamitz, Nardevitz, Blandow, Nipmerow und Hagen sowie der Nationalpark Jasmund liegen, würde noch schlechter werden als sie schon ist. Die meisten Einheimischen und ihre Gäste müssten dann mehr Lärm, Staub und giftige Abgase ertragen als bisher.

Nicht nur unsere Lebensqualität würde sich vermindern, sondern auch die Privateinkünfte aus der Gästevermietung. Jährlich sinkt die Anzahl der Übernachtungen bei den Vermietern, weil sich die auf der ganzen Insel dazugebauten Gästeunterkünfte auch in unserer Region bemerkbar machen.

Es gibt keine stichhaltige Begründung des Erläuterungsberichtes zum FNP-Entwurf.
650 Gästebetten hat die Gemeinde im FNP zu Grunde gelegt, eine Zahl, die 10 Jahre alt ist und schon im FNP-Entwurf von 1997 steht. In unserer Gemeinde sind in den letzten 12 Jahren cirka 70 bis 80 Häuser und Pensionen dazugebaut oder renoviert worden, so daß wir heute schon auf mehr als zwei Gästebetten pro Einwohner kommen und somit die raumordnerische Höchstgrenze erreicht haben. Es gibt in unserer Gemeinde keinen Bedarf an Wohnraum und Ferienwohnungen. Im Gegenteil, es stehen Mietwohnungen leer, Häuser werden zum Kauf angeboten und Ferienwohnungen sind teilweise auch im Sommer nicht belegt.

650
Gästebetten sind nach dem FNP in unserer Gemeinde angegeben.
1300
Gästebetten hat die Bürgerinitiative im Sommer 2001 ermittelt.
1440
Gästebetten ist das erklärte Ziel im FNP, in 10 bis 15 Jahren zu realisieren.
140
Gästebetten sind es, die nach dem FNP noch fehlen, um das Höchstziel zu erreichen.

Das Ziel, 1440 Gästebetten zu schaffen, ist schon jetzt fast erreicht. Die noch fehlenden 140 Gästebetten werden voraussichtlich früher entstehen, denn es sind weitere 60 Gebäude auf vorhandenen Baulücken geplant. In den zur Zeit noch leerstehenden Häusern in der Gemeinde könnten weitere 100 bis 200 Gästebetten eingerichtet werden.. Also würde sich die Zahl der Gästebetten auch ohne den FNP mit seinen Sondergebieten weit über das angestrebte Ziel erhöhen.

Dieser FNP widerspricht dem Kreisentwicklungskonzept von 1991, dem Landschaftsschutz-
gesetz, dem Naturschutzgesetz, dem Baugesetzbuch und dem Regionalen Raumordnungs- programm Vorpommern von 1998, welches das nördliche Jasmund als Naturschutzgebiet vorsieht.

Ich erhebe Einspruch gegen diesen Flächennutzungsplanentwurf,
weil er unbegründet und gesetzeswidrig ist.

Ich stelle hiermit gleichzeitig den Antrag auf Ausweisung des nördlichen Jasmund als Naturschutzgebiet, Biosphärenreservat und als Naturpark an
die Gemeinde Lohme,
die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Rügen,
den Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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JA, ICH BETEILIGE MICH AN DEM EINSPRUCH